| Die Geschichte des Göttinger Tennisclubs |
|
|
|
Der Göttinger Tennisclub GTC gründete sich als e.V. am 28. Januar 1959. Bereits in der darauf folgenden Saison nahm eine Herrenmannschaft an den Punktspielen teil. Die Spiele wurden auf den Städtischen Tennisplätzen am Jahnstadion durchgeführt. Der Beginn der 60er Jahre bescherte den Weg in die Unabhängigkeit, denn zur Saison 1961 wurden die ersten 4 Plätze am Kaiser-Wilhelm-Park errichtet. Schwer gebeutelt von Gewitterregen überstanden die Plätze, dank eines mitternächtlichen Einsatzes der damals Aktiven, die erste Saison. Der Sportbetrieb auf den eigenen Plätzen schuf naturgemäß auch sehr menschliche Probleme, die mit hygienischen Fragen verbunden waren. Die Zeitzeugen berichten, dass sie das Thema der Umkleiden schnell lösen konnten. Unter dem Musikpavillon des KWP gab es Kellerräume, die in Eigeninitiative zu Garderoben entrümpelt und umgebaut wurden. Wasser für das Geschirrspülen wurde von zuhause mitgebracht. Die nun gewonnen Selbstständigkeit erforderte selbstverständlich auch eine äußerlich sichtbare Identifikation. Fritz Schügl entwarf das Clubzeichen.
1961 wurden erste Clubmeisterschaften gespielt, die Meister wurden mit Wanderpokalen ausgezeichnet, die nach dreimaligem Gewinn beim Meister blieben. In diesen Genuss kamen Rudolf Sutter und Dr. Irmgard Fuhrmann. Eine nächste Investition wurde in der Mitgliederversammlung 1962 beschlossen: der Bau einer „Gartenlaube“. Sie wurde zum erfolgreichen Mittelpunkt des Vereinslebens. Heute dient die Laube als Geräteschuppen und ist Mittelpunkt der Arbeitseinsätze. Der Club hatte inzwischen 100 Mitglieder. Zur sportlichen Historie sei bemerkt, dass es bis 1967 eine zweiteilige Punktspielsaison gab, vor und nach den großen Ferien. Den Herren gelang bereits 1965 der Aufstieg in die höchste Klasse, die sog. „Sonderklasse“. Ab 1963 durften auch die Damen um Punkte kämpfen. Bei den Göttinger Stadtmeisterschaften setzte der GTC weitere Zeichen. Kurt Krause und Rudolf Sutter sowie Rainer Wunderlich waren die Top-Spieler und Gewinner. Die Mitgliederzahl wuchs stetig und die Planungen zur Entwicklung des Geländes wurden aufgenommen. Alle riefen nach einem Clubhaus, die Voraussetzung dafür war aber die Vergrößerung des Pachtgeländes. Die Verhandlungen mit der Göttinger Brauerei verzögerten sich, weil der Verkauf nur für das gesamte KWP-Gelände einschließlich Restaurant mit einem Kaufpreis von 300.000 DM in Frage kommen sollte. Für Phantasiebegabte wäre es sicherlich reizvoll, darüber nachzudenken, wie sich der GTC mit diesem Gelände und Gebäude entwickelt hätte. Die Lösung wurde aber verworfen. 1967 stand im Zeichen der Planung und Finanzierung für das neue Clubhaus. Die Entwicklung sah langfristig das Bauvorhaben in zwei Abschnitten vor. In der ersten Stufe wurde der Ausbau des Kellers für die Sanitäreinrichtungen sowie des Erdgeschosses für Clubraum und Küche vorgesehen. Im Ergebnis beliefen sich die Gesamtkosten auf 170.000 DM. Der Bau wurde im November 1967 begonnen. Die Einweihungsfeier folgte am 13. Juli 1968. So konnte nach 9 Jahren die Pionierphase des GTC abgeschlossen werde. Die Zahl der Mitglieder betrug 125. Fortan entwickelte sich der Spielbetrieb auf der Anlage: Göttingen schien allmählich zum Mekka der Tennis spielenden Niedersachsen zu werden. 1984 und 1985 wurden jeweils die Hallenmeisterschaften ausgerichtet und so folgten 6 weitere Großveranstaltungen. 1984 - das Jahr des 25 jährigen Bestehen - begann mit 341 Mitgliedern, davon 92 Jugendlichen. Im Jahr 1992 erreichte die Zahl der Mitglieder mit 454 seinen Gipfel. - Ab 1993 spürte auch der GTC die einsetzende Baisse im Tennissport. Zunächst dachte man an einen einmaligen Ausrutscher, aber es wurde immer deutlicher, dass die „Alten“ lieber den Golfball schlugen und die Jungen sich den Trendsportarten nicht verschließen konnten. Die Mitgliederzahl schrumpfte dramatisch und es war ein Umdenken erforderlich. Für eine „Blutauffrischung“ in allen Bereichen des Vereinslebens sorgten im Jahr 2000 die Mitgliederzugänge aus Groß-Ellershausen und Bovenden, damit konnte auch die sportliche Attraktivität gehalten werden. Im Jahr 2006 will der GTC wieder mit der Ausrichtung der Großen Henner-Henkel/Cilly Aussem-Spiele (Deutsche Mannschaftsmeisterschaften U15) an die großen Zeiten des Göttinger Tennissports anknüpfen. Zusammen mit dem TSC wird der GTC den Niedersächsischen Tennisverband bei der Ausrichtung unterstützen. Der neue Vorstand ist sich sicher, dass der GTC seinen 50. Geburtstag wieder in voller Blüte feiern wird, wobei man dann hoffentlich über die Probleme zum 40. schmunzeln wird. Anmerkung: Entnommen der offiziellen Chronik „40 Jahre GTC“. |




